pf button sq grn l Jahresrückblick: Adidas verärgert  DFB Fans

 

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Die neuen Trikots der DFB-Elf sorgen bei den Fans für viel Unmut.

Dass die Große Koalition die Rentenkassen plündert, um sich bei ihrer Stammklientel, den Rentnern für ihre Stimme zu bedanken? Geschenkt! Dass der Mittelstand infolge hoher Sozialabgaben und Steuer-Ungerechtigkeiten wie kalte Progression kontinuierlich ausblutet, während die Wohlhabenden immer weniger Steuern zahlen oder ihr Geld am Finanzamt vorbei ins Ausland schmuggeln? Ist halt so. Das Infrastruktur und Bildungssystem immer weiter verfallen? Ja, mei …

Wenn man die Massen wirklich auf die Barrikaden bringen will, dann muss man schon das Allerheiligste der Deutschen in Frage stellen: die Fußball-Nationalmannschaft. Dieses Sakrileg begeht man bereits dann, wenn man fast 70 Jahre nach der Auflösung Preußens die preußische Flaggenfarbe Schwarz weitestgehend aus dem Outfit der DFB-Elf verbannt. Denn nachdem der Sportartikelhersteller Adidas den ganz in Weiß gehaltenen neuen Auftritt von Jogis Jungs (weißes Trikot, weiße Hose) präsentiert hatte, fegte ein gewaltiger Shit Storm durch das Internet. „Grauenvoll!“, „Dislike, Dislike, Dislike“, „Mit solchen Trikots wird das wieder nix“, hieß es beispielsweise auf der Facebook-Seite des DFB. Oder: „Die Farben sind schwarz und weiß! Und wenn man schon so einen hässlichen Balken auf das Trikot macht, dann bitte in den Nationalfarben und keine rosarote Mischung!“

Dummerweise trug die Antwort von Adidas-Designer Jürgen Rank nicht gerade zur Deeskalation bei. Ganz im Gegenteil: Indem er die wütenden Fans relativ unverhohlen als Langweiler und notorische Zweifler bezeichnete, goss der Kreative zusätzlich Öl ins Feuer: „Es ist ein mutiges und junges Design. Und spätestens, wenn man die Spieler als Team aus dem Tunnel kommen sieht, wird man verstehen: Dieses Design ist nicht für Langweiler und Zweifler. Es ist für Leute, die all ihre Energie einsetzen wollen, um etwas zu bewegen. Nicht jeder muss das neue Design toll finden. Es ist für Fans mit viel Leidenschaft gedacht.“ Die vielfach kritisierten weißen Hosen symbolisieren seiner Ansicht nach „Klasse, Eleganz und Leidenschaft.“

Wie ungeschickt ist das denn? Es sei denn, der traditionell regierungsnahe DFB und sein treuer Ausstatter Adidas wollen gar nicht, dass sich die Lage entspannt. Denn solange die Fußballfans gegen ein simples Thema Sturm laufen, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes nur Schwarz oder Weiß gibt, haben sie gar keine Zeit, sich über komplizierte Themen wie Steuer-und Rentenreform aufzuregen.

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Goss zusätzlich Öl ins Feuer: Adidas-Designer Jürgen Rank

Für zusätzliche Verwirrung sorgte folgende Aussage: „Die rote Brustgrafik soll dem Team Flügel verleihen und die Leichtigkeit die Spieler inspirieren.“ Flügel verleihen?! Heißt das, dass der österreichische Aufputschgetränkehersteller Red Bull neuer Hauptsponsor der Nationalmannschaft wird? Und wie sollen die Kicker den meist rollenden Ball treffen, wenn sie ständig durch die Luft fliegen? Da bekommt der Begriff hängende Spitze eine ganze andere Bedeutung.

 
pf button sq grn l Jahresrückblick: Bellheim lässt grüßen

Das Medienecho war groß, als die Otto Group im vergangenen Jahr ankündigte, pensionierte Versandhandelsmanager zu reaktivieren. Die Heimkehrer sollen hauptsächlich als Berater eingesetzt werden, insbesondere in der IT. Personalchefin Sandra Widmaier wurde in der Folge tagelang in zahlreichen Zeitungen zitiert. Die “Bild”-Zeitung räumte für die Rentnerrückruf-Aktion sogar ihre Titelseite frei.

SandraWidmaier klein Jahresrückblick: Bellheim lässt grüßen

Otto Group-Personalchefin Sandra Widmaier

16 Monate später beschleicht den geneigten Beobachter der Verdacht, dass das Ganze nicht viel mehr als eine – wenn auch durchaus gelungene – PR-Aktion war. Denn wie Widmaier auf Anfrage mitteilte, hatte der Handelskonzern in diesem Jahr 20 so genannte Senior Experts im Einsatz. 20?! Bei einer Gesamtbelegschaft von fast 54.000 Mitarbeitern bewegt sich der Anteil im homöopathischen Bereich. Da ist aber auch egal. Die Story war einfach zu gut. So gut, dass die Otto Group monatelang weniger mit imageschädigenden Begriffen wie „Stellenabbau“ und “Universalversand in der Krise“ in Verbindung gebracht wurde. Sondern vielmehr mit Kino- und TV-Klassikern wie „Space Cowboys“ und „Der große Bellheim“. In den Streifen werden Rentner reaktiviert, um in Zeiten der Not Heldenhaftes zu vollbringen. Die einen müssen die Erde vor einem abstürzenden Satellit, die anderen einen Warenhauskonzern vor dem Ruin retten.

Wir sind daher gespannt, ob es den 20 opferbereiten Distanzhandels-Haudegen, den Dirty Twenty, gelingt, den kriselnden Handelskonzern endgültig in das von Twentysomething-Managern geprägte E-Commerce-Zeitalter zu führen. Zwei Fortsetzungen sollten mindestens drin sein.

 
pf button sq grn l Jahresrückblick: Up in the Prime Air   Amazon testet Paketdrohnen
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Octocopter von Amazon

Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein. Oder besser gesagt wie eine Drohnenbombe. Denn um genau um diese unbemannten Flugkörper ging es in einem Fernsehinterview, das Amazon-Chef Jeff Bezos dem US-Sender CBS Anfang Dezember gab. Der E-Commerce-Pionier will in vier bis fünf Jahren den Service Prime Air starten. Dieser bietet Amazon-Kunden die Möglichkeit, sich ihre Bestellungen von kleinen achtmotorigen Drohnen liefern zu lassen. Sie müssen dazu allerdings im Umkreis von 16 km eines Amazon-Logistikzentrums wohnen. Und die Sendung darf nicht schwerer als 2,5 Kilogramm sein.

Das klingt erst einmal toll. Das Problem ist nur, dass noch viele Fragen offen sind. Zum Beispiel, ob die unter chronischen Terrorangst leidende US-Flugsicherheitsbehörde diese Transportart genehmigt. Und wie verhindert man, dass unter den arabischstämnugen US- Bürgern eine Massenpanik ausbricht, wenn sich ein sogenannter Octocopter nähert. Schließlich haben ihre Verwandten und Bekannten in der Heimat bislang eher negative Erfahrungen mit Drohnen gemacht. TV-Serien wie „Homeland“ und „24“ nähren diese Befürchtungen kontinuierlich.

Und: Wie bitte klingelt eine Drohne an der Haustür des Kunden? Oder macht sie es wie viele ihrer Kollegen aus Fleisch und Blut – und steckt einfach nur eine Abholkarte in den Briefkasten? Außerdem: Wie reagiert eine Drohne, wenn der Besteller eines Modeartikels bei der Übergabe des Pakets aus alter Gewohnheit vor Glück schreit? Spielt die Drohne dann einen noch schrilleren Schrei-Sound ab? Oder stürzt sie vor Schreck ab? Woher weiß die Drohne, ob der Kunde zu Hause ist? Fragt er vor dem Start einen großen Bruder im All, der über eine Wärmekamera verfügt? Und was macht eine Drohne, wenn sie von einer nur mit einem Morgenmantel bekleidete grüne Witwe  - ebenfalls aus alter Gewohnheit – auf einen Kaffee hereingebeten wird? Folgt sie der Einladung oder schlägt sie der einsamen Frau ein technisches Gerät aus dem Amazon-Sortiment vor? Nach dem Motto: „Kundinnen, die …., haben … gekauft.“ Kurzum: Die Octocopter-Entwickler müssen noch viel Programmierarbeit leisten. Ein Vorteil lässt sich aber nicht wegdiskutieren: Drohnen können – anders als ihre menschlichen Kollegen in Bad Hersfeld und Leipzig – nicht streiken. Jedenfalls nicht bewusst, sondern lediglich bei technischen Mängeln.

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Schwebt über dem Verkehr: Die Paketdrohne von Amazon

Übrigens: Nach dem Bezos-Interview wurde bekannt, dass auch DHL und UPS am Thema Paketzustellung per Drohne arbeiten. Das heißt: Es zeichnet sich hierzulande ein Kampf um die Lufthoheit in der Paketzustellung ab. Es ist nur zu hoffen, dass das Verteidigungsministerium nicht am DHL-Projekt beteiligt ist. Sonst wird das nämlich nichts.

 
pf button sq grn l Jahresrückblick: Karstadt kontaktlos glücklich

 

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Kontaktloses Bezahlen mit PayPass von MasterCard

Im August überraschte Karstadt mit der Ankündigung, in allen Filialen kontaktloses Bezahlen von Visa einzuführen. Das führte in Branchenkreisen zu Stirnrunzeln. Hat der finanziell angeschlagene Warenhauskonzern, dessen Umsätze stetig fallen und dessen Häuser vielerorts kontinuierlich verfallen, keine anderen Sorgen? Und wie muss man sich das bitte vorstellen? Das Stammkundin Oma Else aus ihrem beigefarbenen Anorak ein brandneues Samsung Galaxy IV-Handy kramt und den eingebauten NFC-Chip elegant am Lesegerät vorbeizieht?

Doch auf den zweiten Blick ergibt diese Maßnahme durchaus einen Sinn. Schließlich ist sie die konsequente Fortführung der konzerninternen Strategie, den Kontakt zur Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. Bestes Beispiel ist die nahezu kontaktlose Beratung durch das Verkaufspersonal. Nach den zahllosen Entlassungsrunden braucht man schon detektivisches Gespür, um die wenigen verbliebenen Verkäufer auf den Flächen zu finden. Das ist insofern fatal, als deutschen Warenhausverkäufern – meist zu Unrecht – ehe nachgesagt wird, dass sie sich wie Kakerlaken verhalten, wenn das Licht angeht.

Und wenn die Medienberichte stimmen, wonach sich das Management trotz erwiesener Erfolglosigkeit in den vergangenen Jahren hohe Boni ausgezahlt hat, während die Mitarbeiter Lohnkürzungen hinnehmen mussten, dann kann man davon ausgehen, dass auch die Führung den Kontakt verloren hat, und zwar zur Basis.

 
pf button sq grn l Jahresrückblick: Südeuropa ist wichtiger als Karstadt

 

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Designierter Europaretter: Nicolas Berggruen

Bei seinem zurzeit bekanntesten Investment, dem maroden Warenhauskonzern Karstadt, glänzte Nicolas Berggruen bislang nur mit Taten- und Einfallslosigkeit. Doch wenn es um die Rettung der Krisenländer in Südeuropa geht, sprudelt der Kunstsammler geradezu vor Ideen, zusammengefasst in dem Buch „Klug regieren“, das der Investor im Juni zum allgemeinen Erstaunen veröffentlichte. Die Botschafter war klar: Wer Südeuropa und somit die gesamte EU rettet, hat nun wirklich keine Zeit für das überholte Warenhauskonzept und Rentnerparadies Karstadt. Fürwahr: Sollte es dem Deutsch-Amerikaner wirklich gelingen, die Pleite-Griechen, Spanier und Italiener wieder kreditwürdig zu machen, dann werden ihm Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter die aller Voraussicht nach gescheiterte Karstadt-Rettung sicherlich großzügig verzeihen.

Viel wahrscheinlicher ist aber leider, dass Berggruen sein Karstadt-Konzept als Blaupause für Südeuropa nutzt. Das heißt: Er kauft die bankrotten Staaten für je einen Euro auf, lässt sich monatelang als Retter feiern, um dann völlig überraschend überall Flagship-Stores von britischen Modemarken zu eröffnen, die im Süden des Kontinents kein Mensch kennt. Woran die Flagschiffhäuser wenig ändern, da sie weder angekündigt noch beworben werden.

Dann passiert zwei Jahre lang gar nichts. Bis auf das immer wieder, fast gebetsmühlenhaft vorgebrachte Versprechen, irgendwann mal hohe Milliardenbeträge in die am Boden liegende Wirtschaft der Krisenländer zu investieren. Dann verkauft er die Kronjuwelen, unter anderem die wenigen profitablen Sportvereine und die Weltstädte Paris, Madrid, Rom und Athen sowie Norditalien, das nach seinem neuen Eigner benannt wird: Berlusconien. Ein kleiner Teil des Verkaufserlöses fließt u.a. in die Sanierung der griechischen Innenstädte. Der Großteil des Geldes kommt aber über Umwege den verkauften Sportvereine zugute, an denen Berggruen weiterhin beteiligt bleibt. Gute Fußballspieler von Weltformat sind halt teuer.

 

 
pf button sq grn l Jahresrückblick: Löchriger Trend
used denim1 300x168 Jahresrückblick: Löchriger Trend

Die gesundheitsgefährdende Sandstrahltechnik sorgt für den gewünschten Used-Look

Es gibt Modetrends, die partout nicht totzukriegen sind, unter anderem Miniröcke und Animal Prints, insbesondere Leoparden- und Tiger-Looks. Zu Recht. Schließlich haben beide Styles nach wie vor ihren Charme, sowohl für den Besitzer als auch für den Betrachter. Ganz anders sieht es bei einem Trend aus, der in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals auftauchte und Ende der Nuller Jahre sein Comeback feierte, das rätselhafterweise immer noch anhält. Und das, obwohl die Argumentation für diesen Style äußerst löchrig ist. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Rede ist von Used Denim-Jeans, die sich dadurch auszeichnen, dass sie von Beginn an sehr abgenutzt wirken, zum Beispiel weil der Hersteller sie mit Löchern und Bleichungen versehen hat. Man muss sich das mal vor Augen halten: Da bezahlen Kunden einen Aufschlag von bis zu 100 Euro dafür, dass ihnen Billiglöhner in Fernost ihre Jeans kaputt machen – und vielfach ihre eigene Gesundheit mit dazu. Zum Beispiel, wenn sie die in Europa verbotene Sandstrahltechnik anwenden. Der dadurch freiwerdende Feinstaub ruiniert langfristig die Lungen der Arbeiter. Ebenfalls nicht ganz ungefährlich sind die ätzenden Chemikalien, die dafür sorgen, dass die Hose so aussieht, als sei sie schon jahrelang getragen worden.

Das ganze unter der Prämisse, dass jede Jeans dadurch eine ganz individuelle ist. Als ob sich der Betrachter merken würde, an welchen Stellen die Hosen des Kollegen oder
Freundes Löcher und Bleichungen haben. Mal ganz ehrlich: Hätten es eingestickte Initialen oder selbst gewählte Aufdrucke nicht auch getan?

Völlig absurd wird die Sache, wenn man sich vorstellt, welche Situationen sich dadurch in den Haushalten der asiatischen Textilarbeiter ergeben: „Wie war dein Tag, Schatz?“ „Ach, okay. Ich habe heute 100 Jeans eines deutschen Jeans-Labels kaputt gemacht.“ „Und? Haben die dich gefeuert?“ „Nein! Ganz im Gegenteil: Ich habe eine Prämie bekommen, weil 100 die neue Tagesbestleistung war.“ „Ja, ne, ist klar, Rashid.“ Geh mal lieber nach draußen und flicke das Dach unserer Wellblechhütte! Oder hast du die Löcher auch selbst gemacht, weil das in Europa gerade cool ist?“

 
pf button sq grn l Zurück in die Modezukunft

Der etwas andere Jahresausblick von Bert Rösch in der TextilWirtschaft 52/2012

Bei der Recherche zum Virtual Dressing probierte die TextilWirtschaft-Redaktion im Januar einen Körper-Scanner. Aufgrund eines Blitzeinschlags in das Gerät wurde eine Schülerpraktikantin 30 Jahre in die Zukunft transportiert. Sie brauchte ein Jahr, um in die Gegenwart zurückzukehren. In der Zeit hat sie natürlich fleißig alles notiert, was im Jahre 2032 in der Modebranche passiert ist. Eine Auswahl:

18. Januar 2032
Karl-Heinz Müller eröffnet in den Abfertigungshallen des stillgelegten Hauptstadt-Flughafens Willy Brandschutz die erste von sechs Bread & Butter-Messen des Jahres. Die Eröffnungsrede hält Wirtschaftsminister RöslerBot, der erste Politik-Androide Deutschlands, benannt nach dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der Anfang der Zehnerjahre von der Opposition gerne als “Sprachroboter” verspottet wurde.

 20. Januar
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin löst turnusgemäß Dmitri Medwedew als Präsident ab. Bei der Inauguration trägt er einen Anzug des Labels Gazprom by Gucci.

5. Februar
In der texanischen Wüste öffnet das bislang größte Einkaufszentrum der Welt seine Pforten. Ankermieter aus dem Modebereich sind Ebay Fashion und Google Streetwear. Der Gebäudekomplex hat eine Verkaufsfläche von zwei Million Quadratmetern. Das entspricht 300 Fußballfeldern. Damit ist das Großprojekt – neben Fifa-Präsident Rainer Calmund – das einzige von Menschenhand geschaffene Werk, das vom Weltraum aus zu sehen ist. In der nächsten Baustufe soll ein internationaler Flughafen in die Mall integriert werden. Die Stromversorgung wird über einen eigenen Kernfusionsreaktor gewährleistet.

28. Februar
Der Modefilialist C & A stellt am Düsseldorfer Nordseestrand seine aktuelle Bademode-Kollektion vor.

29. März
Harald Glööckler präsentiert auf Deutschlands größtem Teleshopping-Kanal, dem ZDF, seine Couture-Kollektion für die Saison Frühjahr/Herbst.

20. April
Der schwedische Filialist H & M eröffnet in Pjöngjang seinen ersten nordkoreanischen Store. Die Gesamtzahl aller Filialen erhöht sich dadurch auf 22.000.

2. Mai
Rocket Internet-Chef Oliver Samwer startet in der Antarktis den zweihundertsten Ableger seines Online-Modeshops Zalando. Name: Icelando. Gleichzeitig vermeldet die Zalando-Holding in Berlin einen Rekordumsatz von 120 Milliarden an den chinesischen Yuan gekoppelte Nord-Euro (Neuro). Über das Ergebnis werden keine Angaben gemacht. Experten schätzen den Verlust auf mindestens 50 Milliarden Neuro. Dem Vernehmen nach ist nur die Konzerntochter Otto Group profitabel. Samwer muss sich trotzdem keine Sorgen machen. Schließlich hat er mit dem internationalen Konzern GaszpromEssoShell einen weiteren Großinvestor gewonnen.

28. Mai
Amazon erwirbt für 10 Billionen US-Yuan alle Markenrechte der USA, die künftig unter dem Namen United States of Amazon firmieren. Die regierende Militär-Junta unter Generalin Jenna Bush kann somit die Staatsverschuldung auf 300 Prozent des Bruttosozialprodukts senken. Daraufhin gibt Weltbank-Präsident Huang das lang versprochene Hilfspaket in Höhe von 400 Milliarden US-Yuan frei.

15. Juni
Die spanische Modemarke Desigual eröffnet in der Kathedrale Sagrada Familia Antoni Gaudi in Barcelona seinen bislang größten Flagship-Store.

2. August
Der Sportartikelkonzern NikeAdidasPuma (NAP) wird offizieller Ausrüster der Olympischen Winterspiele 2036 in Katar. Unterdessen weist IOC-Präsident Sepp Blatter Korruptionsvorwürfe strikt zurück. Katar habe sich aufgrund der eindeutig besseren Bewerbung gegen die bayerische Hauptstadt München durchgesetzt, die trotz des engagierten Einsatzes von Florinda Bogner zum fünften Mal mit ihrer Bewerbung gescheitert ist.

4. Oktober
Bundeskanzler Prof. h.c. (Hewlett-Packard Canon) Karl-Theodor usw. zu Guttenberg wird zum bestangezogenen Regierungschef der Welt gekürt. An der Umfrage der Electronic Ink-Zeitung Textile Business International nahmen weltweit drei Millionen Leser teil. Zara-Chef Santiago Fernandez kritisiert die Entscheidung, weil der Bundesvorsitzende der Piraten-Partei nur kopierte Zara-Anzüge trage.

20. November
Der Shopping-Center-Betreiber CentrO Management weiht pünktlich zum Weihnachtsgeschäft den voraussichtlich letzten Erweiterungsbau von Deutschlands größtem Einkaufszentrum CentrO ein. Damit ist die Integration von Oberhausen in das Shopping-Center abgeschlossen.

11. Dezember
Der Textil-Discounter-Konzern PrimarkTakkoKik wird offizieller Ausrüster des Orchesters der Hamburger Elbphilharmonie. Wann die Abendgarderobe erstmals öffentlich zu sehen ist, steht noch nicht fest. Die Eröffnung der Elbphilharmonie wurde auf den 8. Oktober 2033 verschoben. Experten bezweifeln aber, dass der Termin eingehalten wird.

Den kompletten Artikel finden Sie in der TextilWirtschaft 52/2012 oder auf der iPad App der TW

 
pf button sq grn l Griechen bei Schönheitsoperationen vorn


“Wo sind bloß die Euros hin? Wo sind sie geblieben?”, frage ich mich jedes Mal, wenn ich neue Hiobsbotschaften aus Griechenland höre oder lese. Die Zeitschrift “Wired” hat eine Antwort parat: Die finanziell sonst so siechen Griechen stecken einen Großteil Ihres Einkommens in Schönheitsoperationen. Wie das Magazin für den aufgeklärten Nerd ermittelte, liegen die Hellenen in acht von 14 Schönheits-OP-Disziplinen vorn: Ohrenkorrektur, Facelift, Augenlid-Korrektur, Bruststraffung, Oberarmstraffung und Vaginalverjüngung. Das gleiche gilt für die unrühmlichste Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds: die Penisvergrößerung. Wir Deutschen sollten uns aber nicht zu früh freuen: Schließlich rangieren wir in dieser Kategorie auf dem fünften Platz. Platz zwei erfüllt dagegen alle Klischees: Dort liegen – oder besser gesagt – stehen die Italiener.

Auch Platz zwei im Gesamt-Ranking überrascht nicht wirklich: Dort finden sich die Brasilianer und Brasilianerinnen wieder, die für ihren Körperkult berühmt sind. Sie geben – in Relation zur Gesamtbevölkerung – am meisten für Kinnvergrößerung, Fettabsaugen und Gesäßvergrößerung (!) aus. Dazu kommen fünf zweite Plätze im Facelifting, der Brustvergrößerung, der Oberarmstraffung, der Vaginalverjüngung und der Oberschenkelstraffung.

Auf zwei Spitzenplätze kommen die Südkoreaner, und zwar bei  Laser-Haar-Entferngungen und bei den Nasenkorrekturen, wo die meisten eigentlich die Griechen erwartet hätten. Sie tauchen hier erstaunlicherweise nicht in den Top Five auf. Offenbar haben sie sich mit ihren häufig überdimensionierten Gesichtserkern angefreundet.

Und was kostet der Spaß? Auch hierüber gibt “Wired” bereitwillig Auskunft: Am teuersten sind Faceliftings mit 5526 Dollar. Es folgen Bauchstraffung mit 4150 sowie Brustvergrößerung (3450 Dollar), Nasenkorrektur (2609 Dollar) und Ohrenkorrekturen (2039 Dollar).

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Quelle: Wired 02/12, Brey Graphic Arts

 
pf button sq grn l Auf den Spuren Bellheims
Sandra Widmaier 284x300 Auf den Spuren Bellheims

Otto-Personalchefin Sandra Widmaier

Sandra Widmaier leitet schon seit sieben Jahren das Personalwesen der Otto Group. Doch so viel Aufmerksamkeit wie in der vergangenen Woche hat sie sicherlich noch nie erregt. Tagelang wurde sie in zahlreichen Zeitungen zitiert. Sie gehört zu den wenigen Personalern, die es auf die Titelseite der Bild-Zeitung geschafft haben.

Ihre Idee ist ebenso simpel wie genial: Die Verwaltungswissenschaftlerin holt bei personellen Engpässen pensionierte Versandhandelsmanager aus dem Ruhestand zurück und beschäftigt sie in der Neugründung Otto Group Senior Expert Consultancy. Die Heimkehrer sollen hauptsächlich als Berater eingesetzt werden, insbesondere in der IT.

Die Space Cowboys lassen grüßen

Widmaier ist damit ein PR-Coup erster Güte gelungen. Es ist also ihr Verdienst, dass die Otto Group in den kommenden Wochen und Monaten voraussichtlich weniger mit imageschädigenden Begriffen wie “Stellenabbau” und “Universalversand in der Krise” in Verbindung gebracht wird. Sondern vielmehr mit Kino- und TV-Klassikern wie “Space Cowboys” und “Der große Bellheim”. In den Streifen werden Rentner reaktiviert, um in Zeiten der Not Heldenhaftes zu vollbringen. Die einen müssen die Erde vor einem abstürzenden Satellit, die anderen einen Warenhauskonzern vor dem Ruin retten.

Dass es Widmaiers alten Distanzhandels-Haudegen gelingt, den kriselnden Handelskonzern endgültig in das von Twentysomething-Managern geprägte E-Commerce-Zeitalter zu führen, ist zwar relativ unwahrscheinlich. Doch das macht auch nichts. Dafür ist die Story einfach zu gut. So gut, dass es nur wenigen Lesern noch gelingen dürfte, das Bild von den opferbereiten Otto-Oldies wieder aus dem Kopf zu bekommen. Auch dann, wenn die Otto Group im Herbst ihr Sanierungskonzept vorstellt, das aller Voraussicht nach Stellenkürzungen vorsieht.

 
pf button sq grn l WLAN im Taxi: Die Polizei ist immer dabei
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Im Taxi nachts durch Frankfurt. Foto: Axel Duerheimer/Pixelio.de

Frankfurt, 23 Uhr. Es hat sich leider mal wieder jemand vor die S-Bahn geworfen. Nichts geht mehr an der Station Hauptwache. Ich nehme kurzerhand ein Taxi und krame sofort mein iPhone heraus, um meine E-Mails zu checken. Sofort poppt ein Fenster mit den verfügbaren WLAN-Hotspots auf. Doch statt “Netgear”, “Alice”, “Telekom” oder “Stefan online” lese ich mit großem Erstaunen den WLAN-Namen “Polizei”! “Polizei?”, frage ich mich laut. “Wo ist denn hier eine Polizeistation?” Ich sehe mich um und erkenne keine Polizeiwache. Der Taxifahrer hört mich und lacht laut. “Ne, ne, das ist nicht die Polizei. Das ist das WLAN meines Taxis. Damit sich keiner einhackt, habe ich es einfach Polizei genannt.” “Nicht schlecht”, denke ich anerkennend. Denn wer ist schon so blöd, sich illegal bei der Polizei einzuloggen, nur um etwas schneller im Internet zu surfen!

Während ich die irritierende WLAN-Erkennung ausschalte, legt der Taxifahrer nach: “Neulich hatte ich eine Frau im Taxi, und die war genauso erstaunt über den WLAN-Namen wie Sie. Und hat sich noch mehr gewundert, als sie merkte, dass der Name während der gesamten Fahrt auf dem Handy zu lesen war.” “Vermutlich hat sie gedacht, sie wird von der Polizei verfolgt”, füge ich an.

“Hoffentlich war sie keine ausländische Touristin. Denn dann wären all die Bemühungen, das deutsche Image nach dem Krieg wieder aufzupolieren, vergebens gewesen. Zumindest bei dieser Frau und ihren Freunden und Bekannten, denen sich nach ihrer Rückkehr vom vermeintlichen Polizeistaat Deutschland erzählt. In dem die Polizei offenbar überall ist. Auch im Taxi.

 

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