Der Autor

 

Bert Rösch arbeitet als Wirtschaftsredakteur in Frankfurt. Der 44-Jährige berichtet für die Fachzeitschrift TextilWirtschaft über die Themen E-Commerce, IT und Logistik in der Modebranche. Davor arbeitete der studierte Historiker bei den Marketing- und Medienfachtiteln HORIZONT, ONEtoONE und text intern.

Weitere journalistische Erfahrungen sammelte der gebürtige Bremer in den Online-Redaktionen von AOL, Cityweb (WAZ/Axel Springer), GO ON (Axel Springer) und T1 New Media Bertelsmann. Somit hat er fast alle Bereiche der Internetwirtschaft von innen und außen kennengelernt, weshalb er sich gerne als 360-Grad-Online-Journalist bezeichnet.

In seinem Blog Medienkracher.de schreibt der Wahl-Frankfurter über Skurrilitäten aus Print, TV und Internet und erzählt Anekdoten aus seinem Leben als Modewirtschaftsredakteur. Zusätzliche Informationen zum Werdegang von Bert Rösch gibt es auf seiner Xing-Seite. Arbeitsproben finden Sie hier

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September 2010

Auf meiner Abschiedsfeier bei HORIZONT bekomme ich die Gelegenheit, die beiden großen Vorteile meines Wechsels zu einer Modewirtschaftsfachzeitung hervorzuheben: Zunächst einmal kann ich davon ausgehen, dass meine Schwester künftig meine Artikel liest. Nicht nur, weil sie – wie fast alle Frauen – ein Fashion Victim ist, sondern auch, weil sie selbst viele Jahre im Textileinzelhandel gearbeitet hat. Entsprechen begeistert nahm sie die Nachricht von meinem neuen Job auf und bat mich, mir ab und zu Ausgaben der TW zukommen zu lassen.

Das waren ganz neue Töne. Denn wenn ich ihr in der Vergangenheit Ausgaben der von mir mitproduzierten Fachzeitungen text intern, ONEtoONE und HORIZONT mitbrachte, fragte sie mich jedes Mal entgeistert: „Muss ich das jetzt etwa lesen?!“

Ein weiterer Vorteil meines Wechsels ist schon fast ein Kontinuum: In der Vergangenheit hatte ich nolens volens (New-Economy-Crash, Medienkrise I und II) regelmäßig nach spätestens zwei Jahren meinen Job gewechselt. Bis auf eine Ausnahme: Bei ONEtoONE fand nach zwei Jahren ein kompletter Austausch meiner Redaktionskollegen statt. Der große Vorteil: Ich konnte jeweils mein Portfolio an Witzen und Sprüchen, das spätestens nach zwei Jahren zur Neige geht, wieder neu ausrollen.

So auch jetzt bei der TW. Ein HORIZONT-Kollege bezweifelt das allerdings: „Das Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft!“ Ein ehemalige ONEtoONE-Kollegin sieht das Ähnlich. Denn ihren Schätzungen zufolge sind 40 Prozent meines Gehirns für Witze reserviert. Das ist natürlich absoluter Quatsch. Es sind mindestens 60 Prozent!

Die zweite Reaktion auf meine Rede: Eine Schuh-Shopping-süchtige Kollegin gab mir einen nicht ganz uneigennützigen Tipp auf den Weg: „Wenn man Dich fragt, welche Schuhgröße Deine Schwester hat: Sie hat 37!“ und deutete dabei auf ihre High-Heels. Als ob ein Modemarketing-Redakteur Produktproben bekommen würde! Demselben Irrtum erlag auch eine Hamburger Freundin: Als sie erfuhr, dass ich zur Berlin Fashion Week fahre, schrieb sie in meinem Facebook-Gästebuch: „Bring mir ein hübsches Louis-Vuitton-Kleid mit!“

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