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Im Taxi nachts durch Frankfurt. Foto: Axel Duerheimer/Pixelio.de

Frankfurt, 23 Uhr. Es hat sich leider mal wieder jemand vor die S-Bahn geworfen. Nichts geht mehr an der Station Hauptwache. Ich nehme kurzerhand ein Taxi und krame sofort mein iPhone heraus, um meine E-Mails zu checken. Sofort poppt ein Fenster mit den verfügbaren WLAN-Hotspots auf. Doch statt „Netgear“, „Alice“, „Telekom“ oder „Stefan online“ lese ich mit großem Erstaunen den WLAN-Namen „Polizei“! „Polizei?“, frage ich mich laut. „Wo ist denn hier eine Polizeistation?“ Ich sehe mich um und erkenne keine Polizeiwache. Der Taxifahrer hört mich und lacht laut. „Ne, ne, das ist nicht die Polizei. Das ist das WLAN meines Taxis. Damit sich keiner einhackt, habe ich es einfach Polizei genannt.“ „Nicht schlecht“, denke ich anerkennend. Denn wer ist schon so blöd, sich illegal bei der Polizei einzuloggen, nur um etwas schneller im Internet zu surfen!

Während ich die irritierende WLAN-Erkennung ausschalte, legt der Taxifahrer nach: „Neulich hatte ich eine Frau im Taxi, und die war genauso erstaunt über den WLAN-Namen wie Sie. Und hat sich noch mehr gewundert, als sie merkte, dass der Name während der gesamten Fahrt auf dem Handy zu lesen war.“ „Vermutlich hat sie gedacht, sie wird von der Polizei verfolgt“, füge ich an.

„Hoffentlich war sie keine ausländische Touristin. Denn dann wären all die Bemühungen, das deutsche Image nach dem Krieg wieder aufzupolieren, vergebens gewesen. Zumindest bei dieser Frau und ihren Freunden und Bekannten, denen sich nach ihrer Rückkehr vom vermeintlichen Polizeistaat Deutschland erzählt. In dem die Polizei offenbar überall ist. Auch im Taxi.

 

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